Berchtesgadener Land: Unterschied zwischen den Versionen

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Berchtesgaden hat einen eigenen Endbahnhof. Von München nimmt man daher die stündlich fahrenden Regionalexpress- oder InterRegio-Züge nach Freilassing und steigt dann in den direkten Anschlusszug von Salzburg nach Berchtesgaden. Der IC ‚Königsee’ fäht von Hamburg über Hannover, Kassel, Würzburg, Augsburg, München Ost und Freilassing direkt nach Berchtesgaden, der IC ‚Alpenland’ kommt aus Frankfurt und fährt über Mannheim, Stuttgart, Ulm, Augsburg und München nach Freilassing und weiter nach Salzburg. Die Fahrradmitnahme in den Regionalzügen des Berchtesgadener Land und Chiemgau ist kostenlos! Ab Berchtesgaden bringt ein Busverkehr Wanderer zu allen möglichen Startpunkten (z.B. Wimbachgries, Hintersee, Königsee, Kehlsteinhaus (teuer: rund 10 €), ...).
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Berchtesgaden hat einen eigenen Endbahnhof. Von München nimmt man daher die stündlich fahrenden Regionalexpress- oder InterRegio-Züge nach Freilassing und steigt dann in den direkten Anschlusszug von Salzburg nach Berchtesgaden. Der IC ‚Königsee’ fäht von Hamburg über Hannover, Kassel, Würzburg, Augsburg, München Ost und Freilassing direkt nach Berchtesgaden, der IC ‚Alpenland’ kommt aus Hannover und fährt über Frankfurt, Mannheim, Stuttgart, Ulm, Augsburg und München nach Garmisch-Partenkirchen und weiter nach Seefeld in Tirol. Die Fahrradmitnahme in den Regionalzügen des Berchtesgadener Land und Chiemgau ist kostenlos! Ab Berchtesgaden bringt ein Busverkehr Wanderer zu allen möglichen Startpunkten (z.B. Wimbachgries, Hintersee, Königsee, Kehlsteinhaus (teuer: rund 10 €), ...).
  
 
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Aktuelle Version vom 16. Oktober 2018, 10:31 Uhr

Königssee und Obersee
Watzmann Mittelspitze
Kleiner Watzmann (2307m)
Hoher Göll (2523m)

Einstimmung

"Es herrschte einmal vor alter Zeit im Berchtesgadener Lande ein König namens Watzmann. Derselbe liebte weder Menschen noch Tiere und süße Lust war es seinem grausamen Herzen, die Menschen zu quälen und die Tiere zu martern."

So beginnt die Sage von König Watzmann, seiner Frau und den sieben Kindern. Wer den weiteren Verlauf dieses Märchens kennen lernen will, der sollte sich auf die Spuren jenes grausamen Königs machen, und vielleicht findet er ja die beiden Seen, die vom Blut der Familie gespeist werden. Aber auch wenn er das nicht sollte, eine Fahrt ist das Berchtesgadener Land (BGL) immer wert!

Fahrtengebiet für...

... jede Sippe, die außergewöhnliches wagen will. Das Berchtesgadener Land ist größtenteils Hochgebirge und empfiehlt sich daher für ältere Sippen, die etwas anstrengendere Tagesmärsche wagen wollen und sich auch Hüttenübernachtungen leisten können. Das extrem ausgesetzte Gelände zeigt dem Wanderer die Größe der Natur und kann auch sehr stark auf das Gemüt wirken.

Anreise

Berchtesgaden hat einen eigenen Endbahnhof. Von München nimmt man daher die stündlich fahrenden Regionalexpress- oder InterRegio-Züge nach Freilassing und steigt dann in den direkten Anschlusszug von Salzburg nach Berchtesgaden. Der IC ‚Königsee’ fäht von Hamburg über Hannover, Kassel, Würzburg, Augsburg, München Ost und Freilassing direkt nach Berchtesgaden, der IC ‚Alpenland’ kommt aus Hannover und fährt über Frankfurt, Mannheim, Stuttgart, Ulm, Augsburg und München nach Garmisch-Partenkirchen und weiter nach Seefeld in Tirol. Die Fahrradmitnahme in den Regionalzügen des Berchtesgadener Land und Chiemgau ist kostenlos! Ab Berchtesgaden bringt ein Busverkehr Wanderer zu allen möglichen Startpunkten (z.B. Wimbachgries, Hintersee, Königsee, Kehlsteinhaus (teuer: rund 10 €), ...).

Wanderkarten & -führer

Für das Berchtesgadener Land gibt es wahrhaftig ausreichende Wanderliteratur. Als Kartenwerke empfehle ich die KOMPASS Wanderkarte 14: Berchtesgadener Land, Chiemgauer Alpen mit kleinem Tourenführer und Hütteninfos. Beim Alpenverein findet man detailliertere Topographische Karten. Als besonders schöne Einstimmung kann ich den Wanderführer ‚Die schönsten Hochtouren um Berchtesgaden (Bd.6)’ von Werner Mittermeier empfehlen.

BGL im Winter

Für Tourengänger eignet sich das Gebiet hervorragend, zumal hier bereits einige Skitouren gekennzeichnet sind und man dadurch dem Naturschutz entgegenkommt. Die Hütten haben fast immer einen Winterraum und so lässt sich auch die Große Reib’n mit ein wenig Kondition meistern.

Zelten und Feuer

Mit Kohte auf Fahrt im Berchtesgadener Land funktioniert leider nur in den Tälern. Da die wirklich schönen Touren über mehrere Tage im Hochgebirge verlaufen, empfiehlt es sich, die Hütten anzulaufen, da freies Zelten im Nationalpark ohnehin streng verboten ist, von Feuer ganz zu schweigen. Teilweise gibt es aber auch Winterräume auf unbewirtschafteten oder aufgelassenen Almen (z.B. Wasseralm). Hier findet man auch Verpflegung für den Notfall – aber was man nimmt, muss man mit anderen Dingen ausgleichen! Die Hütten kosten um die 8 €, DAV-Mitglieder zahlen teilweise nur 4 €. Hütten an Knotenpunkten sind häufig ausgelastet (z.B. Stahlhaus, Watzmannhaus), daher lohnt eine Reservierung. Ein Gaskocher lohnt sich auf alle Fälle, damit man bei einem Wettersturz auch zwischendurch eine kleine Suppe kochen kann (wirkt Wunder!).

Wasser

Wasser kann recht knapp werden, da das Berchtesgadener Land eine Karstzone ist und Wasser schnell versickert. Auf den meisten Almen finden sich aber Quellen und auch sonst ist das Wasser im Gebirge bedenkenlos trinkbar. Aber sicherheitshalber sollte man immer genügend Wasser dabei haben!

Lebensmittel

Auf den bewirtschafteten Hütten im Gebirge kann man ein warmes Essen erhalten (DAV-Mitglieder haben ein Anrecht auf ein Bergsteigeressen und Tee). Auch kann man notdürftig seine Lebensmittelvorräte auffrischen, allerdings ist das sehr teuer (das Essen wird teilweise auf die Hütten getragen). Es lohnt also, genug Lebensmittel im Tal einzukaufen.

Beste Reisezeit

Die Höhenlagen im Berchtesgadener Land sind erst ab Juni/Juli zugänglich, da die Wege vorher meist noch mit Schnee verdeckt sind. Der Hochsommer ist also die beste Reisezeit, auch wenn sich dann die Touristen tummeln. Ab Ende September kann der Schnee wieder die Wanderungen behindern. Schwere Unwetter sind natürlich immer möglich.

Nationalpark

Das Berchtesgadener Land hat einen Nach- bzw. Vorteil: es ist größtenteils ein Nationalpark, und noch dazu einer der bestbehütetsten Deutschlands. Die für Deutschland einmalige Gebirgswelt wird streng bewacht und gehütet, d.h. man sollte die Nationalparkregeln unbedingt befolgen, da andernfalls hohe Strafen winken!

Reisetipps

Es gibt verschiedene Touren unterschiedlichen Schwierigkeitsgrads und Länge.

Rund um den Untersberg (leicht)

Der Untersberg (Berchtesgadener und Salzburger Hochthron) ist ein langgezogener etwas vorgeschobener Berg mit knapp 2000m Höhe. Er liegt nicht im Nationalpark und kann in zwei bis drei Tagen umwandert werden. Dabei kommt man sowohl in die Vororte von Berchtesgaden als auch von Bad Reichenhall und Salzburg. Kohte und Feuer kann man mit einiger Geschicklichkeit überall aufbauen. Lohnend ist dabei der Besuch der Almbachklamm. Auf knapp 1600m findet sich die einzigartige Schellenberger Eishöhle.

Die große Reib’n (Sommerversion, mittel-schwer)

Die bekannteste Berchtesgadener Skitour lohnt sich auch im Sommer. Der Aufstieg von Königsee über den Jenner (3h) oder Kehlsteinhaus über den Mandlgrad und Hohem Göll (2523m), Hohes Brett (6h) führt zum Stahlhaus/Schneibsteinhaus (Übernachtung). Weiter geht’s über den Schneibstein ins Hagengebirge (Hochsattel) zum Hochgschirr (kann man auch weniger anstrengend über die Priesberg-Alm erreichen) und dann durch die Hanauerlaubwand zur Wasseralm (Übernachtung, Schlüssel beim Forstamt oder Jäger in der Röth, 5-7h). Dies ist der schönste Teil der Tour durch das schroffe Hagengebirge und vorbei an dem klitzekleinen Seeleinsee. Mit etwas Glück sieht man die in den 30er Jahren wieder angesiedelten Steinböcke und auch Steinadler. Am nächsten Tag dann startet man durch zum Kärlingerhaus (1600m) am Funtensee, dem kältesten See Deutschlands (Übernachtung, 3h). Von hier kann man nun weiter ins Steinerne Meer nach Österreich, über die Saugasse nach St. Bartholomä ( 3,5h) oder über den Trischübel und die Wimbachgrieshütte (3,5h) zum Parkplatz Wimbachgries (6h).

Watzmannüberschreitung (schwer)

Die berühmte Watzmannüberschreitung hat’s in sich. Der Aufstieg von Schönau oder Wimbachgriesparkplatz zum Watzmannhaus ist angenehm und birgt keinerlei Schwierigkeiten (Übernachtung, 3,5h). Über das Hocheck erreicht man mit Schwindelfreiheit (!) den höchsten Watzmanngipfel, die Mittelspitze (2713m) in 3 Stunden. Über den ausgesetzten Grad, die berühmte Watzmann-Ostwand zur Linken, gelangt man zur Südspitze (2712m) und beginnt dann den anstrengenden Abstieg zur Wimbachgrieshütte (Übernachtung, 4h). Hartgesottene können noch am gleichen Tag den Weg zurück zum Parkplatz durch das Wimbachgries wagen – es zieht sich (2,5h). Die Überschreitung setzt hohe Anforderungen an Kondition und Schwindelfreiheit, ist aber ohne Gurte zu machen. Der grandiose Blick auf den Königsee und zum Großglockner (manchmal auch bis zur Zugspitze) lassen alle Anstrengungen vergessen.

Links für das Berchtesgadener Land

Nationalpark Berchtesgadener Land: http://www.nationalpark-berchtesgaden.de

DAV Sektion Berchtesgaden: http://www.dav-berchtesgaden.de

Deutscher Alpenverein: http://www.alpenverein.de

Der Artikel geht ursprünglich auf einen Beitrag von Gisbert Schnell bei brummli.net zurück und wird laufend aktualisiert.