Peloponnes

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hinter Methoni
König Nestors Burg
Weg von Methoni Richtung Pylos
57011-2.jpg


Einstimmung

Als Gott die Welt schuf streute er die Erde durch ein Sieb um die groben Felsen von dem fruchtbaren Boden zu trennen. Dabei warf er unachtsam die groben Brocken hinter sich. Aus diesen Felsen entstand Griechenland...

So eine alte Legende.

Zielgruppe

Mit einer ein wenig älteren Sippe kann man das schon machen. Es gibt kaum Extreme und die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln gestaltet sich relativ einfach. Griechenland ist mit seinen vielen Überresten aus der Antike gut für Kulturbeflissene geeignet.

Anreise

Inzwischen wird Griechenland von Billigfliegern wie TuiFly (http://www.tuifly.com) ab ca. 275€ (hin und zurück) angeflogen. Allerdings nur in den Sommermonaten Mai bis Oktober und im Sommer ist es u.U. für eine Fahrt schon ein bisserl warm. Mal ganz abgesehen davon, dass Fliegen fürs Klima besonders schädlich ist und Ihr deshalb lieber andere öffentliche Verkehrsmittel verwenden solltet. Wenn's dann doch sein muss, schaut doch auf http://www.atmosfair.de und gleicht Eure CO2-Emissionen aus.

Mit der Bahn bis Ancona, Bari, Brindisi, Triest oder Venedig. Kosten von Rosenheim (äußerster Süden Deutschlands) nach Ancona und zurück um die 80 Euro.Zugverbindungen von der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn AG.

Vom Ankunftsort mit der Fähre nach Patra weiter, das hat von Ancona aus im Jahr 2000 im Gruppentarif und als Deckpassage ca. 50 Euro gekostet. Einfach nach der billigsten Fähre schauen. Eine Fährübersicht für Griechenland gibt es unter https://www.ferriesingreece.com/de/ .

Fortbewegung im Land

Wie in den meisten Mittelmeerstaaten gibt es auch in Griechenland ein gutes Busnetz bis in alle Winkel. Die Preise dafür sind immer noch sehr niedrig. Meine Erinnerung meint, dass die Preise unter den italienischen Buspreisen (so um die 6ct/km) liegen, bin mir aber nicht hundertprozentig sicher.

Trampen ging relativ gut. Wir sind mit unseren 19 Leuten über kürzere Strecken gut vorangekommen. Ein besonderes Erlebnis ist es wenn man auf den zahlreich vorhandenen Pick-Ups hinten auf der Ladefläche mitgenommen wird. Wir haben zu acht und mit Gepäck meist ganz gut drauf gepasst.

Von Patra aus geht eine Bahnlinie Richtung Athen und eine Richtung Süden der Westküste entlang nach Kalamata. Bahn fahren ist auch sehr günstig.

Wandern

Wanderwege sind zum Großteil noch Mangelware. Wir hatten zwar ab und zu das Gefühl Markierungen zu sehen, allerdings war der dazugehörige Weg unauffindbar. Aber auch auf Feldwegen lässt es sich ganz gut wandern.

Wasser

Wir haben eigentlich immer Wasser bekommen. Da man immer mal wieder auf ein Haus trifft gestaltet sich die Wasserversorgung als relativ einfach. Nur in abgelegenen Gegenden kann es mal sein, dass man zum Wasserholen zwei oder drei Stunden gehen muss.

Feuer

Im April war das gar kein Problem. Wie wir wegen Feuermachen gefragt haben, wurden wir eher komisch angeschaut warum wir denn überhaupt nachfragen. Je wärmer es wird desto empfindlicher wird aber auf Feuermachen reagiert. Griechenland ist schließlich auch des Öfteren Opfer größerer Waldbrände.

Zelten

War äußerst unproblematisch. Die Griechen sind da sehr zuvorkommend. In der Nähe von Häusern einfach nachfragen und normalerweise sollte man eine positive Antwort bekommen.

Zur Freundlichkeit der Griechen: Wir haben uns nach einem Nachtmarsch vor ein verschlossenes Haus, das anscheinend gerade renoviert wurde, gelegt. Als der Besitzer am nächsten Tag kam und hinein wollte hat er Blütenblätter gesammelt, diese dann über uns verstreut und uns damit geweckt. Keine Spur von Ärger, sondern einfach nur Freundlichkeit.

Lebensmittel

Dadurch, dass man mangels Karten eh auf Straßen und Feldwege angewiesen ist kommt man alle Nase lang mal durch ein Dorf wo man sich versorgen kann.

Sprache

Ja, praktisch wäre es schon wenn man ein bisschen Griechisch verstehen würde. So steht mal wieder der Ochs vorm Berg, wenn man von einem Bauern angesprochen wird, der halt kein Englisch kann. Aber im Großen und Ganzen kann man sich schon mit Englisch durchschlagen. Und ab und zu trifft man auch auf ehemalige Gastarbeiter, die dann auch noch Deutsch können.

Klima und beste Reisezeit

Für Griechenland gilt das gleiche wie für die meisten südlichen Ziele: am schönsten ist es wenn die Vegetation noch nicht verbrannt ist, d.h. im Frühling. Im April/Mai ist dann noch alles grün. Vorher kann es in höheren Lagen auch mal ganz schön kalt werden. Im Jahr 2001 war der Gau Sueben unterwegs und hat ganz schön gefroren. Über die Sommermonate ist es ziemlich heiß und damit für eine klassische Pfadfinderfahrt eher ungeeignet. Im Herbst ist es von der Temperatur wieder angenehmer aber lange nicht so schön wie im Frühling: alles ist verbrannt und braun.

Landkarten und Literatur

Kartenmäßig schaut es ganz schlecht aus. Wir sind mit Straßenkarten unterschiedlicher Qualität im Maßstab 1:150.000 bis 1:250.000 unterwegs gewesen. Das ging aber einigermaßen, da viele Feldwege eingezeichnet sind und man auch damit abseits vom Verkehr laufen konnte. Der Grund dafür, dass keine genaueren Karten erhältlich sind, liegt an den Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei. Aber seit sich die Situation zunehmend entspannt ist zu hoffen, dass bald gescheite Karten erhältlich sind. Am besten einfach mal in einer Geobuchhandlung nachfragen.

Der griechische Alpenverein gibt für bestimmte Gebirgsregionen des Peloponnes Karten im Maßstab 1:50.00 heraus. Am besten schaut man mal nach, ob für die gewünschte Region Kartenmaterial vorhanden ist.

Topographische Karten 1:50 000 sind fast flächendeckend erhältlich bei:

Yeografiki Ipiresia Stratu (YIS), Evelpidhon 4, 113 62 Athen.

Die Sache hat nur einen Haken: du kannst die Karten nicht bestellen, du musst sie persönlich abholen (Mo., Mi., Fr., 08:00 - 12:30). Außerdem musst du deinen Personalausweis oder Pass mitbringen. Das Geographische Institut Griechenlands steht nämlich noch unter Bewachung des Militärs. Am Eingang wird dein Name und deine Pass-Nr. in eine Liste eingetragen. Dann darfst du die Karten kaufen. Bisher (1999) musstest du auch eine Erklärung unterschreiben, in welcher stand: "Es ist untersagt: a) die Karten zu fotokopieren; b) die Karten weiterzuverkaufen bzw. damit Handel zu treiben." Die topographischen Karten 1:50 000 sind für ganz Griechenland erhältlich - außer ganz wenigen 'Grenzblättern'.

Reisetipps

Taygetos-Gebirge

Das Gebirge füllt den größten Teil des mittleren Fingers der Peloponnes aus. Der höchste Gipfel ist 2407 Meter hoch. Generell ist das Gebirge ziemlich karg und über Ostern kann auch noch Schnee liegen. Für den Taygetos bekommt man Karten im Maßstab 1:50.000 vom griechischen Alpenverein.

Mystras

Am nördlichen Rand des Taygetos gelegen liegt der Mystras. Über den Berg verteilt liegen etliche byzantinische Klöster, die teilweise noch bewohnt sind. Das Gebiet von Moria, dessen Hauptstadt Mystra war, war 1262-1348 byzantinische Provinz. Mystra war aber nicht nur Hauptstadt des Gebietes von Moria, sondern auch die zweite Hauptstadt von Byzanz und großes geistiges und künstlerisches Zentrum. Entsprechend dieser Bedeutung sind auch die Pracht und die Zahl der dort existierenden Gebäude.

Halbinsel Mani

Deutlich gebirgiger als Messinia, dafür aber einsamer und schroffer. Bekannt sind die Wehrdörfer, d.h. die Dörfer bestehen aus Türmen mit nur kleinen Fenstern. Die Mani wird von Griechenlandkennern als mitunter schönstes Eck Griechenlands bezeichnet.

E4-Wanderweg

Von Egio im Norden der Peloponnes bis Githio im Süden durchzieht der E4-Wanderweg die gesamte Peloponnes.

Die Hängebauchschweinbucht (oder so ähnlich)

Befindet sich ca. 7,5 km nördlich von Pylos, einem schönen Städtchen mit weiß getünchten Häusern, durch die man sich auf eine der griechischen Inseln versetzt sieht. Die Bucht wird als eine der schönsten griechischen Strände bezeichnet und war Ostern noch ziemlich einsam. Daneben befindet sich eine sehenswerte Süßwasserlagune hinter der Bucht und am nördlichen Ende der Bucht der Palast König Nestors, ein Kuppelgrab und die Nestorhöhle.

Methoni

Sehenswerte venezianische Burganlage

Routentipp (Großfahrt 2000)

Mit der Bahn von Patras nach Kalo Nero, die paar Kilometer nach Kiparissia auf den Gleisen. Dort haben wir uns in drei Gruppen aufgeteilt.

Meine Gruppe ging Richtung Südosten auf das Egaleo-Gebirge durch das Landesinnere Richtung Finikounda an der Südküste. Von dort die Küste entlang (traumhafte Strände und einsam) Richtung Vasilitsi. In Vasilitsi Treffen mit den anderen Gruppen. Gemeinsames Ostern in einem Olivenhain oberhalb des Meeres und Besuch des orthodoxen Palmsonntagsgottesdienstes. Tramp Richtung Methoni, von dort nach Pylos und weiter zur Hängebauchschweinbucht (oder so) und dort Abschlussabend.

Links

Billigflieger TUIfly: http://www.tuifly.com

Emissionenrechner Atmosfair: http://www.atmosfair.de

Fährübersicht für Griechenland: https://www.ferriesingreece.com/de/

Der Artikel geht im Ursprung auf einen Beitrag von Andreas Graichen bei Brummli.net zurück und wird laufend aktualisiert.