Brasilien

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Arnd Rüttger (ar) und Gesine Peters (gp) 2004

Aktualisierung 2007

Einstimmung

»Wie gut kenne ich dieses Bild von Brasilien. Von Brasilien sprechen, das bedeutet Indios, Amazonas und mit tellergroßen Orden behängte Militärdiktatoren, die Erschießungskommandos auf spanisch in barbarischem Ton Befehle zubrüllen und zwischendurch aufgeregt mit Schweizer Banken telefonieren.

Wenn ein Brasilianer wie ich gesteht, er sei noch nie in der Amazonasregion gewesen und habe in seinem ganzen Leben erst zwei Indios gesehen (einer davon Parlamentsabgeordneter in Anzug und Krawatte), er spreche schlecht Spanisch, denn seine Muttersprache sei Portugiesisch, dann enttäuscht er damit zutiefst Menschen aus anderen Ländern, die glauben, sie hätten es mit einem Betrüger oder zynischen Lügner zu tun.«

João Ubaldo Ribero, Ein Brasilianer in Berlin.

Zielgruppe (ar)

Brasilienreisende sollten natürlich etwas älter sein – also mindestens volljährig. Die Flugpreise von 800 bis 1000 Euro für den Transkontinentalflug sprechen für sich.

Anreise (ar)

Die Anreise ist am besten über Varig oder TAM zu buchen. Varig ist Mitglied der StarAlliance, d.h. Flüge können auch durch Lufthansa usw. abgewickelt werden. Für die Einreise nach Brasilien wird ein gültiger Reisepass und ein Einreiseformular – “Cartão de Entrada / Saída” – benötigt, das man im Flugzeug ausgehändigt bekommt. Vorsicht mit diesem Formular: die Durchschrift muss beim Verlassen des Landes wieder abgegeben werden, sonst gibt es Schwierigkeiten. Für den 12-Stunden-Flug empfehlen sich natürlich Ohrstöpsel (ggf. aufblasbares Nackenkissen).

Siehe auch: TAM Inlandsflüge http://www.tam.com.br

Reisen in Brasilien

Airpass: Wir haben einen Airpass gehab, der in Verbindung mit einem Lufhansa- oder VARIG-Flug zu haben istt – damit sind vier Inlandsflüge möglich. Kostet 399,- US-Dollar zzgl. Gebühren usw. Gültig 21 Tage inkl. Abflugtag, 1-4 Strecken, bis zu fünf weitere Coupons (also Flüge) können dazugekauft werden à 100,- US-Dollar. Der Nachteil ist, dass die Flüge im voraus gebucht werden, also Reiseziel und -zeiten festgelegt sind. Es gibt damit kein Möglichkeiten, spontan ein paar Tage an einem Ort länger zu verweilen. (ar)

Siehe auch: Lufthansa, http://www.lufthansa.de, Siehe auch: TAM Inlandsflüge http://www.tam.com.br

Zugreisen sind selten möglich, es gibt nur wenige Strecken. (ar)

Hauptsächlich reist der Brasilianer mit Bussen – hier gibt es verschiedene Angebote. Es gibt ein sehr gutes Netz an Überlandbussen, wobei bestimmte Unternehmen bestimmte Regionen oder Strecken befahren. D.h. wenn man eine bestimmt Stadt erreichen möchte muss man erst herausfinden welches Unternehmen sie anfährt. Die Abfahrzeiten und das Ticket sind an dem jeweiligen Verkaufsstand auf den Busbahnhöfen (rodoviárias) zu bekommen. Es gibt drei verschiedene Komfortklassen, wobei der „Leito“ ein Schlafbus ist, der nur über 25 Sitze verfügt. Im Komfort stellen die brasilianischen Fernbusse deutsche Reisebusse eindeutig in den Schatten. Bei langen Fernreisen, bei der Größe Brasiliens ist man durch aus einmal über 24 Stunden unterwegs, kann auf den Busbahnhöfen geduscht werden. (gp)

Es lohnt sich, gegen die Klimaanlage einen Pullover mitzunehmen ;) Die Preise liegen etwa für eine 6-Stunden-Tour bei 16 oder 32 US-Dollar (32 für die Luxusklasse) – es ist also eine günstige Angelegenheit! (ar)

Wandern, Feuer, Wasser, Zelten

Das Wandern inkl. Feuer, Wasser, Zelten haben wir nicht ausprobiert (wobei das Zelt bequem eingespart werden kann, solange man eine Hängematte hat). Derartige Aktivitäten bieten sich auch nicht unbedingt an, Brasilien ist kein typisches Fahrtenland… (ar)

Vor allem unter jungen Brasilianer ist es in den letzten Jahren in Mode gekommen, die umgebende Natur auf eigenen Faust zu erkunden. Berge jenseits der Orte sind oft nicht erschlossen, warum soll man in die Berge gehen, es gibt doch Land genug ist die Antwort der Brasilianer. Oft zeigt sich ein dichter Urwald ohne Weg und Durchkommen höchstens eine Sandpiste zur nächsten Siedlung. An manchen Orten hat der örtlich Tourismus erkannt, welchen Reichtum das Land mit seiner Natur zu bieten hat. Vor allem in Nationalparks findet man unter dem Begriff „Ecoturismo“ Möglichkeiten jenseits von Städten mit Zelt und Rucksack unterwegs zu sein.

Hierbei würde ich jedoch immer raten auf einen einheimischen Führer nicht zu verzichten. Zum einen, da es keine adäquaten Landkarten gibt, die einem das Erreichen des Ziels garantieren können und zum anderen sind die natürlichen Gefahren Brasiliens, wie z.B. Schlangen, Skorpione, und andere Tiere für uns nicht einzuschätzen (gp). Zudem sind Kriminalität Gewalt sind allgegenwärtig und alltäglich. Und schnell steht man ohne den Rucksack mit Tickets, Geld und Pass da. Viele arme Brasilianer haben keine Nachsicht mit reichen Europäern, die sinnlos in der Gegend herumlaufen – und das ist angesichts der manchmal offensichtlichen Armut nur sehr verständlich (ar).

Es gibt aber viele günstige Unterkünfte und schlichte Hotels, auch mit Mehrbettzimmern und Frühstücksbuffett, die eine Reise ohne Zelt und Führer angenehm gestalten können. Hier bietet sich wieder der Reiseführer “Lonely Planet” an, dort findet man eine gute Auswahl an Hotels und pousada (kleine Pensionen, vor allem in kleineren Dörfern und auf Inseln) mit Preisangaben zur Orientierung. Ach ja … Motels in Brasilien sind keine normalen Hotels – die Zimmer werden immer nur recht kurz frequentiert … (ar)

Lebensmittel und Essen in Brasilien (ar)

Mit der brasilianischen Küche hatten wir keinerlei Probleme. Das Wasser sollte, wie üblich in vielen fremden, vor allem südlichen Ländern, nur abgekocht getrunken (besser gekauft!) werden. Ansonsten sind Supermärkte (supermercado) und kleine Tante-Emma-Läden bestückt mit allem, was das europäische Verdauungssystem bzw. die Konsumgier gewöhnt ist zuzüglich großartigen, frischen, saftigen Früchten und Gemüsen. Alleine die butterweichen Ananas sind ein Gedicht ... mjammm ... - äääh - ja. Die Ernährung ist recht deftig und kräftig, im Süden (Nähe Argentinien) vor allem fleischbetont (hier gibts die Spezialität Churrasco – Grillspieße, am Tisch angeschnitten, mit den unterschiedlichsten Fleischvariationen), im Amazonasgebiet finden sich viele indianische, in der Bahia-Region afrikanische Einflüsse. Sehr weit verbreitet für den schmaleren Geldbeutel sind Pro-Kilo-Buffets, also Restaurants, bei denen man an sehr vielseitigen Buffets seinen Teller vollschaufeln kann und am Ende nach Gewicht bezahlt. Der Brasilianer an sich nimmt zum Essen gerne Reis, Maniok, Bohnensoße und Pimenta (eine scharfe Paprikasoße).

Wir haben uns ungeniert an den verschiedensten Straßenständen versorgen lassen mit kleinen gefüllten Teigtaschen (“salgados”) und den unglaublich leckeren “sucos” oder “vitaminas” – das sind Säfte aus frischen Früchten, entweder auf Wasser- oder Milchbasis. Schön eisgekühlt können einige solcher Milcheshakes schon mal eine gute Mahlzeit bedeuten. Die zudem noch unglaublich gut schmeckt ... Auch Suppen und Eintöpfe können direkt am Straßenrand erstanden werden – im Amazonasgebiet z.b. mit Fisch und Krabben und Jambú, einem wie Spinat wirkenden recht bitterem Gemüse. Zu fast jedem Gericht wird Farinha gegessen, Maniokmehl, das den nicht-eingewöhnten Europäer eher an Sägespäne oder Semmelbrösel erinnert, aber sehr nahrhaft ist.

Generell wird sehr viel Fleisch gegessen – was hier auch sehr gut, lecker und unglaublich zart ist und seltenst aus Massentierhaltung stammt -, außerdem Fisch und Huhn. Für Vegetarier bietet sich meistens kaum ein Angebot auf der Speisekarte – man ist schnell auf Reis- und Bohnendiät oder gibt seine Überzeugung auf (was nicht selten vorkommt ...).

Getrunken wird hauptsächlich Bier, gerne bei -5 Grad gekühlt, wie die großen Kühlschränke stolz anzeigen. Caipirinha, der Nationalcocktail, ist ebenfalls überall zu erhalten (natürlich mit weißem Zucker und ungecrunchten Eis), ansonsten gibt’s Wasser com oder sem gas und – eine großartige Sache – Guarana-Limonade, ein Erfrischungsgetränk aus der Heilpflanze Guarana. Belebend und erfrischend, so eine Art südamerikanische Cola. Gekühlte Kokosnüsse sind auch an jeder Ecke zu bekommen, aufgeschnitten und mit einem Strohhalm darin ist eine Kokosnuss ein erfrischendes Getränk und zudem noch ein Brunnen an Mineralien und Vitaminen für den armen Reisenden, den vielleicht der Dünnpfiff gepackt hat!

Sprache (ar)

Gesprochen wird ein etwas weicheres Portugiesisch. Und kaum etwas sonst. Nur die wenigsten Brasilianer sind des Englischen mächtig – andere Sprachen sind noch weniger bekannt. Im Süden kann man Glück haben und auf deutschstämmige Einwohner treffen (vor allem in Blumenau, einer von Deutschen gegründeten Stadt, die nach München das weltweit größte Oktoberfest ausrichtet ...). Insgesamt empfiehlt sich also die Aneignung zumindest rudimentärer Portugiesischkenntnisse (etwa mittels "Kauderwelsch-Sprachführer Brasilianisch" – war uns sehr nützlich, auch wenn dort kein Toilettenpapier aufgeführt war).

Auch empfehlenswert: Langenscheidts OhneWörterBuch.

Klima (gp)

In Brasilien lassen sich ganz grob drei unterschiedliche Klimabereiche unterscheiden. Im Süden gibt es die vier Jahreszeiten, im Winter fällt die Temperatur nachts öfter auf 0°, was lausig kalt ist, weil die Kälte sehr feucht ist. Da der Winter kurz ist, sind die Häuser nicht isoliert und es gibt keine Heizung. In höheren Lagen fällt sogar ab und zu ein bisschen Schnee, wer hätte das gedacht?!

Frühling und Herbst sind von den Temperaturen schon wie der Sommer in Deutschland. Weiter im Norden gibt es nur noch Regen- und Trockenzeit. Wobei im mittleren Brasilien Regenzeit und warme Temperaturen herrschen, wenn im Süden Sommer ist, die Trockenzeit ist kühler und entspricht dem Winter. In Äquatornähe herrscht das gesamte Jahr über tropisches Klima.

Die Jahreszeiten sind (= Südhalbkugel) umgekehrt, Weihnachten wird also mitten im Sommer gefeiert.

http://www.klimadiagramme.de/Samerika/brasilien.html

Imfpungen / medizinische Vorbereitung (ar)

Es empfehlen sich Impfungen gegen Gelbfieber (vorgeschrieben), Hep. A + B, Diphterie. Malariavorsorge besorgen (mit Hausarzt absprechen) – das ist natürlich gerade im Amazonasgebiet wichtig.

http://www.fitfortravel.de/reisemedizin/reiseziele/index.html

Kleidung

Als Kleidung empfiehlt sich eigentlich nichts besonderes. Warmes Land bedeutet leichte Sommerkleidung, T-Shirts, dünne Treckinghosen oder lange Shorts. Im Urwald wg. Moskitos und Malariagefahr werden lange Hosen, feste Schuhe und langärmlige Shirts empfohlen. (ar)

Es gibt in Brasilien keine besondere Kleiderordnung – aber auch kaum eine Chance, sich kleidermäßig anzupassen. In vielen Gebieten fällt jeder Weiße heute noch auf wie ein bunter Hund. Wenn man, wie ich, zwei Meter groß ist, dann ist einem die Aufmerksamkeit sicher und man kann schon mal entspannt zusehen, wie gaffende Kinder gegen einen Laternenpfahl laufen. (ar)

Grundsätzlich wird gerne Haut und Körper gezeigt, der Körperkult ist groß. Dabei gibt es aber keine unbedingten Schönheitsideale, wer sich wohlfühlt mit 20 Kilo über dem europäischem Schlankheitsideal, der kann trotzdem bauchfreie Tops tragen. Und es stört niemanden. Es wird jedoch niemals alles gezeigt. Selbst der knappste Badeanzug verfügt noch über ein Oberteil (wenn auch strippenschmal) – das schickt sich so. Auch zieht man Badekleidung nicht unterm Handtuch am Strand an – man trägt sie bereits und lässt sie am Körper trocknen. (ar)

Deutsche erkennt man in Brasilien vor allem an den Birkenstocklatschen, Reisende mit dicken Tourenrucksäcken und Männer, die Socken in Sandalen tragen. (gp)

Sicherheit

Leider gibt es auch einige negative Seiten, aber dafür ist Brasilien ein Schwellenland: Die Gesamtsituation ist eher unsicher, aggressives Betteln, kleinere Diebstähle ebenso wie Überfälle mit vorgehaltener Pistole sind einzukalkulieren. In Angesicht eines Pistolenlaufes heißt es ruhig bleiben, Geld und Wertgegenstände sowie Rucksack und Taschen hergeben und kein Gezeter machen. Gerade bei bewaffneten Überfällen gilt: Wer hier eine Pistole hat, kann damit auch umgehen. (ar)

Es empfiehlt sich, für eine derartige Situation eine nicht zu unbedeutende Summe Bargeld in Griffweite zu haben.

Selbstverständlich sollten Taschen, Beutel usw. fest verschlossen und im Blick sein. Schnell ist eine Tasche unterm Restaurantstuhl entfleucht (ar). Beim Bezahlen im Linienbus holt man niemals sein Portmonee aus der Tasche sondern bezahlt mir dem Kleingeld, das man entweder lose in der Hosentasche trägt oder in einem kleinen Geldbeutel, wo nur kleine Scheine und Münzen drin sind (gp).

Sehr gut sind Geldgürtel, schmale Gürtel mit einer Tasche zum Körper hin. Damit ist eine gewisse Menge Geld immer sicher am Körper.

Reisedokumente und Fahr-/Flugkarten natürlich nur als Kopie in der Gegend rumtragen, die Originale möglichst sicher verstauen (Hotelzimmer, Safe). Aber auf dem Flugplatz dann schon die Originale … wir verstehen uns (ar). Große Wertsachen sollte man gleich zu Hause lassen. Wenn man sie dann doch einmal mit sich mittragen muss n i e offen tragen. Wer in der Stadt einen Fotoapparat mit dabei haben möchte, sollte ihn der Tüte eines örtlichen Supermarkts tarnen (gp).

Preisniveau (ar)

Das Preisniveau ist recht niedrig. Man kann auf der Straße für 1–2 Euro gut und viel essen, auch sonstige Verbrauchsgüter sind vergleichsweise günstig, sowohl an den Straßenständen wie auch in "richtigen" Läden. Der Real liegt momentan bei ca. 3,5 Real – 1 Euro – was natürlich variieren kann, da er dollargebunden ist. Internetcafés bietet – je nach Region, Stadt und Standard - eine halbe Stunde für wenige Reals an.

Wir sind für gute drei Wochen mit allen Übernachtungen, Mahlzeiten, Mitbringseln, Taxi-, Fähr- und sonstigen Fahrten usw. usf. mit ca. 500 Euro pro Person hingekommen.

Landkarten und Literatur

Lonely Planet - englischsprachige Reiseführer, sehr umfangreich und ausführlich, mit guten, kenntnisreichen Tipps und details- und faktenreichen Erläuterungen zu den verschiedensten Reisezielen und Unternehmungen. Und das beste: Die Angaben stimmten auch noch alle! Dazu verschiedene Unterkunft- und Restaurantempfehlungen unterschiedlicher Kategorien mit Preisangaben zur Orientierung sowie größere und kleinere Karten in Schwarz-Weiß. Hatte bei uns schnell den Titel “Schlaues Buch” bekommen – sollte bei keinem Fähnlein-Fieselschweif-Mitglied fehlen ;) (ar), Den Lonley Planet gibt es für Brasilien auch übersetzt auf Deutsch: Brasilien-Handbuch, Verlag Gisela E. Walther, ISBN: 3923550-50-2 (gp).

Zur Vorbereitung auf den Kulturschock hilft: Carl D. Goerdeler, Kulturschock Brasilien. Broschiert, 276 Seiten, Reise Know-How Verlag Rump, ISBN: 3831710570. Die Reihe konzentriert sich auf die allgemeine Reisevorbereitung, eben auf die Linderung des Kulturschocks, mit Informationen und Hintergründen zum Land. (ar)

Dazu noch der Sprachführer “Kauderwelsch 21 Brasilianisch Wort für Wort”, Reise Know-How Verlag Rump, ISBN 3-89416-003-9 – CD zusätzlich erhältlich, aber die fand ich eher frustrierend, da selbst für brasilianische Verhältnisse zu schnell gesprochen wurde ...

Auch hilfreich ist Langenscheidts OhneWörterBuch. Zeigebilder für Weltenbummler. 32 S., über 500 Einzelzeichn. – 15,1 x 10,5 cm, kartoniert. ISBN: 3-468-20394-2. Wer die Aussprache nicht über die Lippen bekommt, kann sich hier sein Brötchen erzeigen ;) – Damit ist Brasilien schon halb erforscht! (ar)

Zur allgemeinen Vorbereitung sehr äußerst absolut empfehlenswert ist João Ubaldo Ribero, Ein Brasilianer in Berlin. suhrkamp taschenbuch – eine witzige Sammlung von Kolumnen eines Brasilianers, der in seinen 15 Monaten in Berlin die großen Unterschiede der beiden Kulturen kennen lernt. Aus der umgekehrten Perspektive lernt auch der Deutsche viel über die brasilianische Kultur! (ar)

http://shop.lonelyplanet.com/country_products.cfm?countryID=18& http://www.reise-know-how.de/buecher/sprachindex.html (=brasilianisch auswählen)

Reisetipps (gp)

Rio de Janeiro

Nicht ohne Grund nennen die Brasilianer Rio «Cidade maravilhosa“ wunderbare Stadt. Rio ist die kulturelle Hauptstadt Brasiliens, eine Stadt die nie still steht. Rios geographische Lager vereint Stadt, Meer, Strände und Berge und beeindruck so den Besucher immer wieder aufs neue. Ein trauriges Kapitel ist hier leider die Kriminalität, die dort so hoch ist, dass ich jeden rate wenn möglich sich nur mit Einheimischen in der Stadt zu bewegen. Dies schützt leider noch lange nicht vor Unannehmlichkeiten, da an manchen Tagen die Mafia das Sagen in der Stadt übernimmt.

Foz do Iguazú

Die riesigen Wasserfälle im Dreiländerdreieck von Brasilien, Paraguay und Argentinien sind ein beeindruckendes Naturschauspiel, das sich mit Worten kaum beschreiben lässt. Die Wasserfälle zu besuchen sind ein absolutes muss, wer in Richtung des südlichen Brasiliens unterwegs ist, sie liegen im Bundesland Paraná.

Pantanal

Das Pantanal ist ein Feuchtgebiet halb so groß wie Frankreich, dass sich über die Bundesländer Mato Grosso und Mato Grosso do Sul bis nach Bolivien erstreckt. In der Regenzeit wird das Land regelmäßig überflutet, ist deswegen sehr dünn besiedet und hat ein unbeschreiblich großes Artenreichtum an Tieren. Hier können geführte Touren zu Fuß oder auf dem Pferd unternommen und so manches Tier aus der unmittelbaren Nähe gesehen werden. Unterkunft bieten Fazendas oder Zelte und Hängematten des Tourenveranstalters. Das Pantanal kann über Norden von Cuiaba und von Süden über Campo Grande nach Corumba erreicht werden.

Salvador de Bahia

Salvador war koloniale Hauptstadt Brasiliens und ist immer Hauptstadt des Bundeslandes Bahia. Bahia ist stark beeinfluss worden durch die afrikanische Bevölkerung, die nach Brasilien geholt wurde, um auf den Plantagen als Sklaven zu arbeiten. Somit hat Salvador ein sehr farbenfrohes kulturelles Leben. Außerdem findet man hier noch viele Spuren aus der Kolonialzeit. Die Altstadt ist inzwischen sehr schön renoviert worden, nach dem entdeckt wurde, dass das Kolonialerbe die Touristen lockt. Man sagt, Salvador habe mehr Kirchen als Tage im Jahr, viele barocke Kirchen, die z.T. von reinem Gold überladen sind.

Chapada de Dimatina

Dies ist ein kleiner Geheimtipp für den, der im Bundesland Bahia unterwegs ist. Die Chapada ist ein Nationalpark, der mit seinen grünen Hügel eine Oase im völlig kargen, trockenen Sertão bildet. Der Hauptort ist Lençóis, ein kleiner hübscher, kolonialer Ort, wo das Leben auf der Straße erst nach Einbruch der Dunkelheit erwacht. Von Lençóis aus kann man großartige mehrtägige geführte Wanderungen zu Gipfeln, Wasserfällen und Flüssen durch den Nationalpark unternehmen. Dies ist ganz bestimmt für jeden reizvoll, der Brasiliens Natur jenseits der großen Städte entdecken möchte. Lençóis ist von Salvador in 7 Stunden mit dem Überlandbus zu erreichen, bei leider ziemlich desolaten Straßenverhältnissen.