Djebel Tazzeka National Park

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Markt
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Ausläufer des mittleren Atlas
Gipfel des Djebel Tazzeka

Einstimmung

Steineichenwälder, Olivenhaine und ein Zedernwald wie aus einem Fantasyfilm. Trockene Steppe, Buschland und dazwischen Ziegenhirten, Bauern, die mit ihren Ochsen oder Eseln pflügen und mehrmals am Tag der Ruf der Muezzine der durch das Tal zieht, wenn man sich in der Nähe einer Siedlung aufhält. Das findet man in und um den Djebel Tazzeka Nationalpark an den Ausläufern des hohen Atlases in Marokko.

Zielgruppe

Ältere mit Fahrtenerfahrung, die sich auf ein unbekanntes Gebiet und fremde Menschen einstellen können und nicht auf Landkarten angewiesen sind, sondern im Zweifelsfall auch nur mit einem Kompass auskommen.

Anreise

Die Anreise ist nicht ganz einfach. Fähren fahren von Malaga oder Almeria nach Melilla, einer spanischen Enklave, oder von Almeria nach Nador in Marrokko, von dort geht es mit dem Bus weiter nach Taza. Der Djebel Tazzeka befindet sich ca. 150 km von Melilla entfernt. Nächstgelegener Flughafen ist Fes in etwa 60 km Entfernung.

Flüge haben sehr unterschiedliche Preise, es lohnt sich also zu vergleichen und sich genauer zu informieren. Wir haben damals etwa 155 Euro gezahlt.

Die Fähre kostet um die 50 Euro, wenn man die Hin- und Rückreise gleichzeitig bucht und etwa 60 Euro, wenn man die Karten einzeln kauft. Folgende Fährlinien fahren die Strecke (zu vergleichbaren Preisen): Comarit (Almeria-Nador), Ferrimaroc (Almeria-Nador), Transmediterranea (Almeria-Nador, Almeria-Melilla, Malaga-Melilla).

Zu erwähnen ist noch, dass man einen noch 6 Monate lang gültigen Reisepass mit sich führen muss.

Reisen in Marokko

In Marokko gibt es ein einigermassen dichtes, wenn auch unübersichtliches Busnetz. In jeder gößeren Stadt gibt es einen Busbahnhof, von dem verschiedene Linien verschiedene Ziele anfahren. Eine Alternative für kürzere Strecken sind Taxis, allerdings sollte man schauen, dass man offizielle mit Taxameter nimmt oder vorher den Preis abschätzen läßt. Ist die Strecke bekannt, kann man einen Festpreis aushandeln.

Die größte Busgesellschaft ist die staatliche Compagnie de Transport et de Tourisme au Maroc (CTM). Fahrpreise kann man auf der Homepage nachschauen: http://www.ctm.ma/ Kleinere Busgesellschaften sind etwas billiger. Die Strecke Taza - Fès kostet 36 DH (Währung ist der marokkanische Dirham (DH oder MDH). Der Wechselkurs beträgt etwa 1 Euro = 11 DH),

Wandern

Wanderwege gibt es praktisch keine, außer im Inneren des Nationalparks dafür unzählige unasphaltierte Straßen. Auf den sonstigen Straßen ist wenig Verkehr, aber wenn man sie benutzt, sollte man trotzdem vorsichtig sein. Es wird nicht immer nachsichtig gefahren.

Wasser

Wasser ist nicht ganz einfach zu bekommen; Bäche und Quellen sind selten, auch im Winter, aber sie gibt es. Man trifft öfter Leute, die man fragen kann. Wenn sie einem nicht den Weg zu einer Quelle weisen können, sondern mit ihrem eigenen Wasser aushelfen, sollte man es mit der Menge nicht übertreiben, auch wenn es einem großzügig angeboten wird, da sie es meistens selber von einer Quelle holen müssen.

Trinkwasser sollte man abkochen oder entkeimen, wenn man sich nicht sicher ist, woher es eigentlich kommt; zumindest das Kranwasser in größeren Städten ist aber trinkbar.

Feuer

Wir haben jeden Abend Feuer gemacht. Ein Problem wurde es erst, als wir aus den Bergen heraus gekommen sind. Die Landschaft ist stark zersiedelt und die Olivenhaine sehr aufgeräumt...

Zelten

Gar kein Problem, wenn man sich nicht auf Äckern, Privatgrundstücken oder in Olivenhainen aufhält. Dann kann schon mal der Besitzer auftauchen und eine Entschädigung für einen imaginären Schaden von einem fordern. Eine geeignete Kothenstange zu finden ist schon eher problematisch, da muss man improvisieren.

Lebensmittel

Richtige Läden findet man nur in den größeren Orten, auf Supermärkte muss man ganz verzichten. Dafür haben auch die meisten kleineren Orte Märkte, auf denen man sich mit dem wichtigsten eindecken kann. Einen festen Speiseplan sollte man daher nicht vor dem einkaufen aufstellen. Brot, Obst und Gemüse ist spottbillig, Fleisch, Konserven, etc. eher teuer. Hühner kann man extrem frisch kaufen, nämlich lebend; der Metzger rupft es aber noch an Ort und Stelle und nimmt es einem aus. Achtung: die Händler verrechnen sich permanent zu ihren Gunsten und die Ausländerpreise muss man auch nicht zwangsläufig in der Höhe akzeptieren; handeln ist angesagt.

Die Lebensmittelkosten für die Grundnahrungsmittel sind fast nicht der Rede wert, auch wenn die Marktleute den Preis bei unserem Anblick ab und zu verdoppelt haben, was aber für einen Brotlaib etwa 10 Cent und für ein Kilo Mandarinen etwa 6 Cent ausgemacht hat. Bargeld kann man direkt hinter der Grenze aus Bankomaten ziehen. Außerdem fallen einen dort mehr oder weniger windige Geldwechsler gleich im Dutzend an, die einem sehr günstige Wechsrlkurse anbieten. Das haben wir allerdings ausgeschlagen.

Gemüse und Früchte sollte man zumindest am Anfang der Reise nur geschält oder gekocht essen.

Sprache

Mit französisch kommt man ziemlich weit. Ansonsten helfen Hände und Füße und ein nettes Lächeln.

Klima und beste Reisezeit

Wir waren dort Anfang Dezember, mitten im Ramadan. Es war, vor allem oben auf den Bergen, ziemlich kalt. Trotzdem ist das genau die richtige Fahrtenzeit. Im Sommer ist es sicher zu trocken und zu heiß. Das Frühjahr ist vermutlich sehr schön. Der Ramadan verbietet es den Leuten tagsüber zu essen und zu trinken, das gilt zwar nicht für Reisende, aber trotzdem haben wir uns daran gehalten solange wir gesehen werden konnten. Der Abend beginnt um 17:00 Uhr mit einer Suppe, zu der wir auch eingeladen worden sind.

Landkarten und Literatur Wanderkarten oder topographische Karten konnten wir keine auftreiben. Straßenkarten gibt es in guter Qualität; zur groben Orientierung. Ansonsten helfen Kompass, Landmarken und die abgezeichnete Skizze einer Infotafel, deren Wahrheitsgehalt aber ebenfalls dürftig war. Zur Vorbereitung dienten uns Reiseführer, in denen der Nationalpark erwähnt wird.

Reiseroute 2003

Mit dem Bus von Melilla über Nador nach Taza, von dort zu Fuß zur Goufre de Friouato und über den Djebel Tazzeka bis nach Oued Amlil. Weiter nach Fès, wo wir den letzten Tag verbracht haben. Je nach Jahreszeit eignen sich auch andere Gebiete in Marokko um auf Fahrt zu gehen. Der mittlere und hohe Atlas beispielsweise, wo im Winter aber Schnee liegt.

Reisetipps

Den zedernbestandenen Gipfel des Djebel Tazzeka sollte man überwandern, auch wenn ganz oben eine Radioantenne auf einen wartet. Der alte, zerklüftete Wald entführt einen in ein verwunschenes, wildes Märchen. Außerdem lohnt ein Besuch der Goufre de Friouato, einer 2 km langen Tropfsteinhöhle. Abgeschlossen haben wir unsere Fahrt mit einem Besuch der Königsstadt Fes, ein Muss, wenn man nach Marokko fährt. Die verwinkelten Souks, die Pracht der Moscheen, das Gerberviertel..

Reiseberichte

Marokko Reisebericht: http://www.uhlich-online.de

Links

CTM Inlandsbusse: http://www.ctm.ma/

Gesundheitsinformationen: http://www.fit-for-travel.de/

Der Artikel geht auf einen Beitrag von Wolfgang Zucht bei Brummli.net zurück und wird laufend aktualisiert.