Karpaten

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Warnschild bei Sinaia

Einstimmung

Schutzhütte bei Bilea Lac
Wanderweg Fagarasch Gebirge
Sphinx im Bucegi Gebirge
Babele (die Alten) eine Steinformation im Bucegi Gebirge

Wer sich die Karpaten wie im Roman Drakula von Bram Stoker und zahlreichen Filmen aus finsteren Bergen mit tiefen Schluchten, reißenden Bergflüssen und unheimlichen Bewohnern vorstellt, wird von der Realität enttäsucht sein, wenn sich der vermeintliche Borgopass bei Bistritz sehr zahm präsentiert.

Der 1300 km lange Karpatenbogen beginnt in der Slowakei nördlich von Bratislava, zieht sich weiter nach Polen, Ukraine und durch Rumänien bis ins serbische Timok-Tal. Über die Hälfte der Gebirgskette liegt in Rumänien, wo die Karpaten etwa 35% der Landesfläche ausmachen und sie sind das unberührteste Gebirge Europas. Das Retezat-Gebirge und die Rodna-Berge wurden mit dem Donau-Delta zu UNESCO-Biosphärenreservaten erklärt. Im Apuseni-Gebirge und dem Domogled-Massiv leben seltene Tierarten wie Bartgeier, Rotwild, Luchse und Bären. Die Alpine Zone beginnt bei 1700 m. Auf den Almen leben Schäfer, die vor Ort Käse herstellen.

Auch wenn die Karpaten geologisch den Alpen ähnlich sind, erreichen sie nicht annähernd ihre Höhe. Wilde Felsen und steile Wände gibt es nur im Fagarasch-Gebirge, Parang und Retezat, im Bucegi und Piatra Craiului. Die übrigen Gebirge bestehen aus Hochflächen, die sich zu imposanten Gras und Geröllgipfeln aufschwingen. Nur im Fagarasch ist auch im Hochsommer der Kamm von einer Schneeschicht bedeckt. Mehrtägige Kammwanderungen, die in den Alpen bergsteigerische Kenntnisse voraussetzen, sind in den Karpaten leicht von trainierten Wanderern zu bewältigen.

Die Besonderheit der Karpaten liegt in der Unerschlossenheit vieler Gebirge, wo es heute noch möglich ist tagelang alleine zu laufen, ohne einem Menschen zu begegnen. Es fehlen weitgehend die Hotelburgen, wie in den Alpen. Selbst Skizentren wie Sinaia oder Predeal im Prahova-Tal sind verglichen mit den Alpen eher bescheiden. Die Bewohner der wenigen Bergdörfer sind überwiegend in der Landwirtschaft tätig und beschäftigen sich nicht mit Zimmervermietung. Wer einmal auf einer Stina bei Schafhirten übernachtet, wird mindestens eine dramatische Bärengeschichte erzählt bekommen. In klaren Nächten kann man auch Wölfe heulen hören und mindestens in dem Punkt stimmen die Karpaten mit Bram Stokers Roman überein.

Anreise

Die Anreise und der Aufstieg ist etwas beschwerlicher, da es in Rumänien kein so dichtes Geflecht an Sesselliften und Seilbahnen gibt wie in Österreich oder Deutschland, aber "Wer es bequem braucht, soll halt in die Alpen fahren" wie Henning Schwarz im Vorwort zu seinem Buch "Rumänische Karpaten Wanderführer" schreibt.

Wandern

Ein Durchmarsch durch das Sureanu-Gebirge (auch Muntii Sebesului genannt). Hier gibt es interessante Ansiedlungen von Bergbauern, und auch das Gelände wechselt von Norden nach Süden hin in den Karst über. Dort lassen sich auch altdakische Stätten besuchen. In diesem Fall kann von Orastie aus Richtung Gradistea de Munte gestartet werden und eine Trasse hinüber in das Strei-Tal erwandert werden, um zwischen Hateg-Petrosani herauszukommen. Sehr schöne Region mit tausenden Hirtenpfaden.

Wasser

In jeder Ortschaft findet man öffentliche Brunnen, aus denen sich auch heute ein großteil der Bevölkerung versorgt. Unterwegs in den Bergen sind auch viele Quellen vorhanden. In den Karstregionen sollte aus Bächen kein Trinkwasser entnommen werden.

Feuer

Außer wenn es polizeilich verboten ist in den Trockenzeiten ist Feuermachen nahezu überall erlaubt oder wird geduldet. Davon zeugen auch zahlreiche Feuerstellen entlang von Flüssen und Wanderwegen.

Zelten

Zelten ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung in Rumänien und es gibt wenig Beschränkungen.

Landkarten

Karten zum Download bei Karpatenwilli http://www.karpatenwilli.com/karte.htm